Umfrage zur Risikowahrnehmung bei Lebensmitteln

Ein Großteil der Europäer verbindet Nahrungsmittel und Essen mit Genuss.
Wenn sich die Verbraucher um die Sicherheit der Produkte sorgen, stehen mögliche Verunreinigungen mit Pflanzenschutzmittelrückständen oder Schadstoffen im Vordergrund. So lautet das Fazit des aktuellen Eurobarometers zur Risikowahrnehmung im Lebensmittelbereich. Für die Studie wurden knapp 27 000 Menschen ab 15 Jahren in allen 27 EU-Mitgliedstaaten befragt. Die meisten Bürger bringen Essen mit der Auswahl von frischen und leckeren Lebensmitteln (58 %) und gemeinsamen Mahlzeiten mit Freunden und der Familie (54 %) in Zusammenhang. Für 44 Prozent der Befragten steht die Suche nach günstigen Preisen im Vordergrund.
Nur jeder Dritte macht sich Sorgen um die Sicherheit der Nahrungsmittel: Entgegen der tatsächlichen Risiken sind 31 Prozent der befragten Europäer "sehr beunruhigt" über Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Obst, Gemüse und Getreideprodukten. An zweiter Stelle der gefühlten Risiken stehen Antibiotika oder Hormone in Fleischwaren sowie das Klonen von Tieren für die Lebensmittelproduktion (je 30 %), gefolgt von Schadstoffen wie Dioxine im Schweinefleisch oder Quecksilber im Fisch (29 %). Nur knapp jeder Vierte war sehr besorgt über bakterielle Verunreinigungen von Nahrungsmitteln. Noch weniger hatten große Bedenken, sich nicht ausgewogen genug zu ernähren oder an Gewicht zuzunehmen (je 15 %).
Wenn sich Konsumenten über Risiken im Lebensmittelbereich informieren möchten, schenken sie Ärzten und anderen Experten aus dem Gesundheitswesen (84 %) sowie Familie und Freunden (82 %) das meiste Vertrauen. Auch Verbraucherverbände, Wissenschaftler und Umweltschutzgruppen werden von einem Großteil der Bürger als zuverlässige Informationsquellen angesehen. Über 60 Prozent vertrauen auf die Auskünfte der nationalen Behörden und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Im Gegensatz dazu fühlt sich nur knapp jeder Zweite von der jeweiligen Regierung bei diesem Thema kompetent informiert.

Quelle: Heike Kreutz,
www.aid.de