Als Winzersekt wird der vom Winzer selbst oder in dessen Auftrag erzeugte Sekt bezeichnet. Es handelt sich stets um Sekt b.A. beziehungsweise Qualitätsschaumwein b.A., das heißt Sekt bestimmter Anbaugebiete, zum Beispiel in Deutschland aus Rheinhessen, Pfalz, Rheingau, Mittelrhein, Mosel, Nahe, Franken, Württemberg und Baden. Winzersekt ist das individuelle Erzeugnis des jeweiligen Winzers, denn 100 % der Trauben müssen aus seinem Betrieb kommen. Auf dem Etikett müssen Angaben über den Weinbaubetrieb, die Rebsorte und den Jahrgang gemacht werden. Die bevorzugten Rebsorten sind vor allem Chardonnay, Riesling, Elbling, Silvaner, Trollinger, Dornfelder, Weißburgunder und Spätburgunder. Der Winzersekt ist die Alternative der deutschen Winzer zum Champagner oder zu einem Crémant, der mit der klassischen Flaschengärung hergestellt wird. Mit dem Winzersekt betonen die Winzer, dass der Grundwein für ihren Sekt tatsächlich aus ihrem Betrieb beziehungsweise aus dem Anbaugebiet stammt und nicht − wie bei den großen Sektkellereien − überwiegend im Ausland eingekauft wird.
Weitere hervorragende Sekte
Schloss Vaux Deutschland/ Rheingau
Van Volxem Deutschland/ Saar. Bekannt für seine fruchtigen und schön strukturierte Riesinge auch einen Sekt aus einer alten Schieferlage. Die erste Gärung spontan im Holzfass und dann die zweite Gärung wie bei Champagner üblich in der Flasche, der Riesling-Sekt 1900 Brut.
Gratien & Meyer Frankreich
Bründlmayer Österreich
Koehler-Ruprecht Deutschland/ Pfalz
Weingut Ökonomierat Rebholz, Deutschland/ Pfalz. Die Grundweine für den Spitzensekt No. ® 8 werden in älteren Barrique-Fässern vergoren und ein Säureabbau ist möglich.
Weingut Georg Breuer, Deutschland/ Rheingau. Der Georg Breuer Brut ist ein Cuvée aus Weiss-, Grau- und weissgekeltertem Spätburgunder aus dem Rheingauer Spitzenweingut. Zur Abrundung kommt noch ein Teil Riesling dazu.
Weingut F.B. Schönleber, Deutschland/ Rheingau (siehe auch hier). Die Creation Karat ist ein Cuvée aus Riesling und Spätburgunder Blanc de Noirs. Sehr preiswert.
Clemens Wenzeslaus Lothar Fürst von Metternich-Winneburg spielte auf dem Wiener Kongress in den Jahren 1814/1815 eine entscheidende Rolle. Nach der Niederlage Napoleons musste eine neue Ordnung in Europa aufgebaut werden, ihm gelang auf dem Kongress das Kunststück, Europa zu einem friedlichen Miteinander zu führen. Aus Dankbarkeit schenkte Kaiser Franz von Österreich seinem Hof- und Staatskanzler am 1. Juli 1816 die Rheingauer Domäne Johannisberg samt Schloß. So gelangte der Weinberg, den zuvor schon Napoleon besaß, in den Besitz der Familie von Metternich. Die Weine hatten zu diesem Zeitpunkt bereits einen exzellenten Ruf, hier war 1775 die Spätlese entdeckt worden, was der Lage zu weltweitem Ruhm verhalf. Rebstöcke wurden bis nach Australien und Südafrika exportiert. Im Jahre 1864 nahm ein gewisser Johann Jacob Söhnlein Kontakt zu dem Fürsten auf. Er wollte die hervorragenden Rieslinge des Fürsten zur Sektherstellung nutzen. Die Zusammenarbeit gestaltete sich äußerst erfolgreich. Bereits 1867 gewann Söhnlein mit einem Rieslingsekt von Johannisberg die Goldmedaille auf der Weltausstellung in Paris. Doch es dauerte bis 1930, als Söhnlein die Erlaubnis erhielt, das fürstliche Wappen für den aus Johannisberger Rieslingweinen hergestellten Sekt zu verwenden. Im zweiten Weltkrieg wurde das Schloß fast komplett zerstört und so dauerte es wieder Jahre, bis endlich seit 1971 wieder alle Sekte vom Johannisberg das Etikett vom Fürst zu Metternich Riesling Sekt tragen.
