Inzwischen kann das Grundnahrungsmittel Wasser paradoxerweise sogar auch ein Statussymbol sein. Muß man für eine Flasche Bling H20 123 € ausgeben? Bei einem Flaschenpreis von 8-12 € im Restaurant für beispielsweise ein Pineo aus den Pyrenäen erhalten Sie beste Qualität und es gibt keine Qualitätssteigerung mehr nach oben.

Essen und Trinken - die selbstverständlichste Sache der Welt, sollte man meinen: Man isst, bis man satt ist und trinkt, bis man keinen Durst mehr hat. Aber so einfach ist das leider nicht. Wer zu wenig, zu viel oder das Falsche isst, oder wer zu wenig trinkt, kann seine Gesundheit nachhaltig schädigen. Der Mensch kann viele Tage ohne Nahrung überleben, aber nur 2 Tage ohne Flüssigkeit. Denn der Körper eines Erwachsenen besteht zu über 60 % aus Wasser. 2 Liter reichen im Normalfall.

Aber Vorsicht, Alkohol -auch Wein!- wirkt entwässernd. Auch deshalb ist es wichtig, dem entgegenzuwirken. Machen Sie es wie die Mittelmeerbewohner - zum Wein immer wieder mal ein Glas (Mineral)-Wasser dazwischen. Der begleitende Wein ist so auch verträglicher. Zum Essen empfiehlt sich stilles Wasser.

Die Öko-Bilanz der Mineralwasser ist erschreckend. Eine Schweizer Studie.

Die oft vorgebrachten Vorurteile gegen Leistungswasser wie unsaubere Leitungen, verkalkte Dichtungen etc. kann man in den meisten Fällen entkräften. Wird die Wasserleitung täglich benutzt, kann man mit Sicherheit davon ausgehen, daß sich keine Keime bilden. Eine private Wasseranalyse kostet ca. 20 €. Viele Tafelwasser kommen übrigens auch aus der Trinkwasserleitung.

Mit dem Geschmack ist es wie mit der Kunst. Darüber kann man nicht streiten. Es gibt Trinkwasser, das schmeckt und es gibt Mineralwasser, das schmeckt nicht. Ausprobieren. Je nach Region und Herkunft ist es eben ein Lebensmittel mit den individuellen Einflüssen.

Natürliches Mineralwasser hat sich mittlerweile zum beliebtesten alkoholfreien Getränk entwickelt. Es ist nicht nur Durstlöscher, sondern auch ein genussvolles Getränk und wichtiger Lieferant vieler Mineralstoffe, die unser Körper braucht. Es gibt etwa 500 Mineralwasser und 50 Heilwasser. Unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten sorgen dafür, daß jedes Wasser über eine ganz eigene Zusammensetzung an Mineralstoffen und damit auch über einen eigenen Geschmack verfügt.

Mineralwasser oder Leitungswasser? Das ist ja fast schon eine Glaubensfrage. Die Mineralwasserindustrie rechtfertigt den riesigen ökologischen Aufwand, den die Verpackung und der Transport von HO in Flaschen erzeugt, nicht nur mit dem besseren Geschmack, sondern auch mit einem Gesundheitsargument: Die Mineralien im Flaschenwasser seien lebensnotwendig, den Leitungswassertrinkern drohe Mangelernährung.

Mineralwässer müssen keine Mindestmenge an Mineralien enthalten. Vielerorts enthält das Leitungswasser sogar mehr Mineralien als das Wasser aus dem Supermarkt.

Bereits eine Studie der Universität Paderborn aus dem Jahre 2001 (im Auftrag der Wasserwirtschaft) hat nachgewiesen, Wasser als Mineralquelle wird überschätzt. Viele Mineralien nehmen wir ohnehin schon zu viel zu uns, beispielsweise das Natrium, das im Kochsalz steckt. Deshalb werben viele Mineralwässer mit "natriumarm".

Bild Stiftung Warentest

Für nur 13 Cent pro Liter gibt es beim Discounter oder im Supermarkt natürliches Mineralwasser mit Kohlensäure, das sensorisch „gut“ ist und bei dem die mikrobiologische Qualität stimmt. San Pellegrino Frizzante, Vöslauer prickelnd und Biokristall Classic Biomineralwasser, die bis zu 1,32 Euro pro Liter kosten, enttäuschen hingegen aus unterschiedlichen Gründen.
Viele Eigenmarken von Aldi (Süd), Edeka, Lidl, Netto Markendiscount, Penny und real schmecken tadellos und sind mit 13 Cent pro Liter ausgesprochen günstig. Einwandfrei im Geschmack sind auch Adelholzener, Franken Brunnen und Römerquelle, die zwischen 46 und 69 Cent pro Liter kosten. Apollinaris schmeckt ebenfalls gut, alle fünf Prüfflaschen enthielten aber einen Keim, der zwar nicht als gesundheitlich bedenklich gilt, dessen Vorkommen im Mineralwasser aber vom Anbieter Coca Cola zu klären ist. Auch zwei importierte Edelmarken enttäuschten. San Pellegrino aus Italien und Vöslauer aus Österreich schmeckten deutlich nach Acetaldehyd, das bei der Herstellung von PET-Flaschen entsteht. Das gleiche gilt für das Wasser von Netto Supermarkt. Gesundheitlich ist das kein Problem, sensorisch sind die Wässer aber „mangelhaft“. Beim BioKristall Classic Biomineralwasser ist die „Bio“-Kennzeichnung irreführend, zudem sind die Deckeldichtungen aus weichmacherhaltigem PVC.
Der ausführliche Test Natürliche Mineralwässer ist in der August-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter
www.test.de/mineralwasser veröffentlicht. Lesen Sie mehr ...

Künstliche Weichmacher in PET-Flaschen können in das Wasser gelangen und den Geschmack verändern. Es schmeckt dann etwas süßer. Wer wirklich reines Wasser trinken möchte, sollte Wasser in Glasflaschen trinken.

Trinkwasser/ Leitungswasser wird zu zwei Dritteln aus Grundwasser und zu einem Drittel aus Oberflächenwasser (Seen, Flüssen, Talsperren) gewonnen. Trinkwasser wird mechanisch und chemisch gereinigt. Es ist hygienisch-mikrobiologisch einwandfrei. Seine gute Qualität garantiert unter anderem die strenge Trinkwasserverordnung, die die Grenzwerte bindend festlegt.

Leitungswasser wird oft chemisch behandelt. Die Ablagerungen alter Leitungen können den Geschmack beeinträchtigen.

Tafelwasser wird industriell aus Trink- und Mineralwasser hergestellt und kann z.B. nachträglich mit Mineralstoffen und Spurenelementen bzw. Sole angereichert werden. Es gibt keine gesetzliche Auflage. Auch die Herkunft ist nicht vorgeschrieben.

Quellwasser stammt ebenfalls aus unterirdischen Wasservorkommen und muß am Quellort abgefüllt werden. Es braucht kein amtliches Anerkennungsverfahren und entspricht etwa dem Trinkwasser aus der Leitung. Eine Mindestmenge z.B. an Mineralstoffen ist ebenfalls nicht gefordert.

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Mineralwasser ist Grundwasser, das durch verschiedene Erd- und Gesteinsschichten gesickert ist und dabei natürlich gefiltert und gereinigt wird. Seinen Ursprung hat Mineralwasser in unterirdischen, von Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen. Auf seinem Weg durch die Erde nimmt es Mineralstoffe und Spurenelemente auf. Das amtliche Anerkennungsverfahren für Mineralwasser umfasst mehr als 200 Einzeluntersuchungen, bevor es vermarktet werden darf. Es muß direkt am Quellort abgefüllt werden.

Heilwasser ist ein Heilmittel. Es stammt aus unterirdischen Quellen und wird ebenfalls am Quellort abgefüllt. Durch die enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente hat es Heilwirkung die wissenschaftlich nachgewiesen und nach dem Arzneimittelrecht zugelassen werden muss. Die Trinkmenge sollte festgelegt werden. Es lindert Beschwerden und kann den Heilungsprozess unterstützen.