Aufbruch in eine neue Zeit. Quantitativ gesehen steuert Australien zur weltweiten Weinproduktion zwar nur ein Prozent bei. Doch qualitativ gesehen ist das Land schon fast ein Riese. Überproportional viele Weine gehobener und hoher Qualität kommen aus "Down Under", wie der fünfte Kontinent auch genannt wird. Hier gibte es eine breite Basis guter Qualitätsweine und eine kleine Spitze mit bemerkenswerten Hochgewächsen. Das Klima unterscheidet sich gänzlich von dem in Europa. Nahezu überall ist es warm genug um Reben zu kultivieren. Frostgefahr gibt es nicht. Die größte Gefahr ist Trockenheit beziehungsweise in einigen Gebieten zu hohe Luftfeuchtigkeit. Aus diesen Gründen findet Weinbau zunehmend in den kühleren Anbaugebieten im Süden des Landes statt etwa Margaret River, Adelaide Hills, Coonawarra, Padthaway, Geelong, Yarra Valley und Tasmanien. Es gibt keine Einzellagen, nur Klimazonen. Deshalb ist der Ausdruck des Weines nicht das Terroir sondern die jeweilige Rebsorte. Die meisten Weine kommen als Rebsortenweine auf den Markt. Herkunftsbezeichnung ist vielfach nur Australien bzw. Südaustralien. Die Winemaker haben das Winemaking perfektioniert. Für jede Preisklasse machen sie einfach nur Wein, und das gut. Die benötigten Trauben werden oft über hunderte von Meilen zusammengefahren um den perfekten Wein in der jeweiligen Klasse zu produzieren. Selbst der berühmteste australische Wein, auch der kleine Petrus genannt, der Grange von Penfolds kommt aus drei verschiedenen Anbaugebieten weit voneinander entfernt.

Die Anbaugebiete sind in New South Wales das Hunter Valley mit Shiraz, Sémillon, Chardonnay und Cabernet Sauvignon.
In South Australia ist es Adelaide Hills mit Chardonnay und Sauvignon sowie Pinot Noir und Schaumwein. Barossa Valley mit Shiraz und Sémillon sowie Riesling mit einem anderen Stil aus aus Europa gewohnt. Dieser ist würzig und körperreich. Das Claire Valley gilt als die "Toskana" Australiens. Hier wächst der beste Riesling. Auch Cabernet Sauvignon und Shiraz. Aus Coonawarra kommen die besten Rotweine Australiens. Cabernet Sauvignon und Shiraz. In Padthaway wachsen entstehen Chardonnays und Sauvignons. Hier muß oft beregnet werden. Aus Southern Vales kommen Cabernet Sauvignons und Chardonnays.
Tasmanien liefert die besten Weißweine, vor allem Chardonnays und die besten Pinot Noirs.
Victoria mit Goulbourn Valley, Great Western, Pyrenees und Yarra Valley liefert vor allem Rotweine aber auch einige Chardonnays und Sauvignons.
Aus Western Australia mit Margaret River, Swan Valley und Mount Baker kommen duftig-volle Weißweine aus den Rebsorten Chardonnay, Sémillon, Sauvignon und Riesling. Dazu Cabernet Sauvignon und Pinto Noirs. Die Lese ist größtenteils mechanisch. Rotweine werden häufig in Barriques (Cabernet Sauvignon in frz., Shiraz in amerik.) ausgebaut. Auch einige Weißweine werden in Eiche ausgebaut.

Die besten Weingüter sind:

Clarendon Hills

Henschke Wines

Penfolds
von hier kommt der Grange, die preisliche Alternative zum Petrus. Dieser Kultwein , eine perfekte Mischung aus Kraft, Struktur und Eleganz ist das Herzstück von Penfolds und war die Initialzündung für die Qualitätsrevolution in Down Under.

Jasper Hill
Die Shiraz-Weine aus den beiden Lagen "Georgia`s Paddock" und "Emily`s Paddock" schmecken ausgesprochen unterschiedlich. Erstaunlich, denn beide Weinberge liegen auf sanft abfallenden Hügeln desselben Bodentyps und gerade mal einen Kilometer auseinnander. Der erste wirkt voller und würziger, der andere gerbstoffbetonter und floral-mineralisch. Beide sind sofort trinkbar können aber bis 20 Jahre lagern. Das hat seinen Preis (Stand 2008). Ersterer kostet 45 €, der andere 100 €.