Die Rebsorte hat den größten Einfluß auf Stil und Charakter. Auch Boden, Klima und menschliches Zutun spielen eine große Rolle. Der Hauptbestandteil und die wichtigste Grundlage für Geschmack ist jedoch die Traube. Von der Spezies Vitis vinifera gibt es rund 4.000 Arten, dabei haben viele ihre Bedeutung verloren weil entweder ihr Wein minderwertig oder nichtssagend ist oder weil sie so launisch sind, dass sich kaum ein Winzer mit Ihnen abplagen mag. Die wichtigsten Rebsorten, die in der Welt des Weines eine große Rolle spielen, aber auch weniger bekannte Sorten, die einen regionalen Bezug haben.

Weitere Rebsorten finden Sie im GenussGlossar.
Weiße Rebsorten

Die weisse Rebsorte Airén (auch Lairén) wurde meistens mit dunklen Trauben wie Tempranillo verschnitten oder zu Brandy gebrannt. Dank Gärtemperaturkontrolle und anderer moderner Kellereitechnik wird sie zunehmend als reiner Weisswein ausgebaut.

Die weisse Aligoté stammt aus dem Burgund und ergibt einfache, leichte Weine mit feiner Säure.

Die weisse Rebsorte Auxerrois produziert säurearme, gelbgrüne Weine mit dezentem Bouquet. Sie erinnert an säureärmeren Weissburgunder.

Chardonnay wird fast überall angepflanzt. Die globale, weisse Sorte feierte einst grosse Erfolge. Die modischste und damit wohl berühmteste Traubensorte der Weinwelt. Chardonnay ist sehr beliebt. Sie ist leicht zu kultivieren, wächst kräftig, ist resistent und auf fast jedem Boden ertragreich. Im Laufe der Zeit hat sich bei den Konsumenten eine gewisse Müdigkeit eingestellt, weil viele Weine zu lange im Holz reiften, besonders aus den USA und Australien. Doch es gibt natürlich auch andere Beispiele, die belegen, dass aus Chardonnay überaus attraktive Weissweine gekeltert werden können - etwa im Burgund und der Champagne bringt sie die großartigsten Weine der Welt hervor.

Chasselas ist der Schweizer Name für die weisse Traubensorte Gutedel. Aus ihr werden Aigle und Fendant produziert.

Bedeutende, alte französische Weißweinrebe. Vor allem im Loire-Gebiet, in der Touraine, um Vouvray, um Saumur und in Anjou angebaut. Chenin Blanc liefert geschmeidige, frische und blumige Weine.

Clairette wird oft für viele weisse Rebsorten als Synonym verwendet. Dabei ist Clairette Blanche eine eigenständige weisse Rebsorte.

Die weisse Rebsorte Cortese hat ihren Ursprung im Piemont, wo sie heute noch verbreitet ist. Sortenrein entstehen aus ihr der Gavi u.a.

Die weisse Rebsorte Garganega ist vor allem in der italienischen Region Venetien verbreitet., wo sie Hauptbestandteil in den Weissweinen Soave und Bianco di Custoza ist.

In aller Welt verbreitete Traubensorte mit rötlichen Schalen. Der aromatische Gewürztraminer liefert Weine mit kräftiger Farbe und Geschmack der an Litschi erinnert.

Diese weiße Rebsorte zählt zu den klassischen Sorten. Am charaktervollsten im Elsaß, ähnlich einem leichten, nicht eichenholzgewürzten Chardonnay. Schmeckt frisch, mit zarter Apfelfrucht. Pinot Blanc heisst in Frankreich die weisse Rebsorte Weissburgunder.

Eine hellrötliche Variante von Pinot Noir mit Ursprung im Burgund. Erbringt körperreiche, säurearme und sanft aromatische Weißweine mit tiefer Farbe. In Frankreich als Pinot Gris, In Italien als Pinot Grigio, in Deutschland als Ruländer oder Grauburgunder bekannt.

Der echte deutsche Riesling ist die bedeutendste Rebsorte im deutschen Weinbau und eine der großen Trauben der Welt. Riesling-Weine sind anders - leicht an Alkohol und erfrischend reich an fruchtiger Säure, mit einer riesigen Palette von Weinstilen von trocken bis intensiv süß.

Wichtige und populäre Weißweintraube mit Ursprung in Frankreich. Typischer und leicht zu erkennender Geruch und Geschmack, der an frischem Grasschnitt, Stachelbeere und Blätter der schwarzen Johannisbeere erinnert. Hauptanbaugebiete sind die obere und mittlere Loire. Hier entstehen reine, erfrischende Weine mit äußerst kräftigem Geschmack. Das zweite große Verbreitungsgebiet ist Bordeaux und Umland. Hier wird Sauvignon Blanc aber meist mit Sémillon und Muscadelle verschnitten.

Weißweintraube aus dem Bordeaux-Gebiet, wo sie zusammen mit Sauvignon Blanc und Muscadelle für die großen Weißweine Frankreichs steht. Der Geschmack erinnert an Gras und Zitrusfrüchten, bei gereiftem Wein an Honig. Sémillon ist fäuleanfällig und eignet sich deshalb gut für Süßweine mit Edelfäule wie die berühmten Dessertweine aus Sauternes und Monbazillac.

Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Silvaner die meistangebaute Rebsorte Deutschlands, mußte aber dann dem Müller-Thurgau diesen Platz überlassen. Silvaner liefert fruchtige, harmonische und geradlinige Weine mit kräftiger Säure die jung getrunken werden sollten.

Viognier ist eine weisse Rebsorte, die in seit Jahrhunderten im nördlichen Rhônetal angebaut wird. Wegen geringen Ertrags und der Anfälligkeit auf Echten Mehltau ging der Bestand zurück und erlebt jetzt eine Renaissance.

Wichtige Weißweinrebe, deren Anbau sich über ganz Italien erstreckt. In Frankreich als Ugni Blanc Hauptrebe für Cognac und Armagnac. Die Weine aus Trebbiano sind aufgrund der Herkünfte sehr unterschiedlich, sind aber in der Regel ausdruckschwach, leicht und herb.

Weißer Burgunder, eine Weißweinrebe aus der Burgunderfamilie, auch als Clevner (vor allem in Württemberg), in Frankreich "Pinot blanc", in Italien "Pinot bianco" bezeichnet. Der Weißburgunder ist aus einer Mutation aus dem Ruländer (siehe Grauburgunder) entstanden. Die Weine aus dieser Rebsorte sind sehr kompakt, kraftvoll und nussig.

Vernaccia ist in Italien eine Bezeichnung für verschiedene weiße und rote Rebsorten, die nicht alle miteinander verwandt sind. Der Name stammt von dem lateinischen Wort "vernaculus", was "inländisch bzw. einheimisch" bedeutet. Vernaccia könnte also einfach für die eine oder andere (inländische/einheimische) Autochthone Rebsorte gebraucht worden sein. Viele Sortennamen beginnen mit "Vernaccia" und lassen einen Orts- oder Gebietsnamen folgen. Der bekannteste DOCG-Weißwein ist der "Vernaccia di San Gimignano". Vernatsch ist die deutsche Übersetzung von Vernaccia, weil die unter dieser Bezeichnung im Südtirol wachsenden Reben mit dem Trollinger identisch sind. Ein weiteres Beispiel ist die Petite Sirah, bei dem erst durch eine DNA-Analyse die Abstammung nachgewiesen wurde.

Rote Rebsorten

Die rote Rebsorte Agiorgitiko ist eine der ältesten Rebsorten der Welt. Sie wird in Griechenland noch heute angebaut.

Die rote Rebsorte Aglianico wird hauptsächlich in Süditalien abgebaut. Schon die Griechen kannten Aglianico als vitis hellenica und haben sie nach Kampanien eingeführt, wo sie sich im ganzen Süden ausbreitete.

Aubun ist eine rote Rebsorte, die vor allem in Südfrankreich vorkommt. Allerdings nimmt ihre Popularität seit Jahren ab. Aubun ist auch bekannt unter Carignan de Bedouin, Carignan de Gigondas, Moustardier und Moutardier.

Die rote Rebsorte Baco Noir entstand 1902 durch interspezifische Neuzüchtung zwischen Folle Blanche und Vitis riparia. Sie trägt den Namen ihres Schöpfers François Baco.

Die rote Rebsorte Barbarossa wird vor allem in Italiens Emilia-Romagna angebaut. Sie wird auch Barbarossa di Piemonte, Greca Rossa, Barbarossa di Bertinoro und Rousselet genannt.

Wichtige und meistangebaute Rebsorte im Nordwesten Italiens. Hauptsächlichl im Piemont, und in der Lombardei. Der größte Teil der Ernte wird zu einfachem Vino da Tavola verarbeitet. Bei niedrigen Erträgen und Faßausbau kommen interessante Weine mit Anklängen an Nebbiolo-Duft zustande. Die bekanntesten Barbera-Weine sind sicherlich Barbera d`Alba, Barbera d`Asti und Barbera del Monferrato. Barbera d`Alba gilt als der Beste.

Die rote Rebsorte Blaufränkisch ergibt gerbstoffreiche, kräftige, dunkel-rubinrote bis ins Violett gehende Weine. Ihr fruchtiges Bouquet entwickelt beim Altern Aromen nach Beeren und Kirschen. Mit seiner Rasse, der soliden Säure und dem eigenständigen Charakter passt der Blaufränkisch ausgezeichnet zu Wildgerichten.

Die rote Rebsorte Bobal wird in Spanien auf 1'000 Quadratkilometern angebaut. Sie ergibt alkoholschwache dunkle Rotweine, ideale Verschnittpartner für Monastrell.

Die rote Rebsorte Bovale wächst vor allem auf Sardinien und kommt in zwei Varianten als Bovale Grande und Bovale Sardo vor.

Brachetto ist eine rote Rebsorte, die charaktervolle, leicht perlende, alkoholreiche Weine produziert. Sowohl der Geschmack wie auch die zarte Farbe erinnern an Erdbeeren. Die Sorte trägt bescheidene Erträge. Als Hauptbestandteil kommt sie kaum in Weinen vor. Sie wird oft zu Grappa gebrannt.

Cabernet ist der landläufige Begriff für die rote Rebsorte Cabernet Sauvignon. Die Sorte gehört zu den edelsten und verbreitetsten Rebsorten der Welt. Lesen Sie mehr: Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc.

Bordeaux-Weine werden fast immer mit Cabernet Franc verschnitten. Cabernet Franc ist nah mit Cabernet Sauvignon verwandt, liefert aber milderen, leichteren und nicht so tanninreichen Wein mit einem ausgeprägtem vegetabilen Charakter. Unverschnitten wird Cabernet Franc für Chinon, Bourgueil und andere Loire-Weine verwendet.

Der Status und die Popularität von Cabernet Sauvignon ist vergleichbar mit der weißen Rebe Chardonnay. Cabernet Sauvignon gilt als wichtigste Traube unter den Rotweinsorten und ist in allen großen Weinanbaugebieten, bis auf Deutschland (wegen des zu kalten Klimas), vertreten.

Die rote Rebsorte Canaiolo (oder Canaiolo Nero) wird vor allem in Mittelitalien und Sardinien angebaut. Sie ist unter anderem ein Bestandteil des Chianti.

Die rote Rebsorte Carignan ist nach Grenache Noir die zweithäufigste Rebsorte weltweit. Die Carignan-Rebe ist sehr alt und bekam ihren Namen von der spanischen Stadt Cariñena.

Cinsault ist eine alte rote Rebsorte, die vor allem in Südfrankreich verbreitet ist. Die helle Farbe, der sanfte Duft und die Frucht machen Cinsault zu einem idealen Rosé-Bestandteil.

Dolcetto heisst «kleiner Süsser», was den hohen Zuckergehalt und die schwache Säure der roten Traubensorte erklärt. Im Piemont ist Dolcetto die zweithäufigste Rotweinsorte hinter Barbera.

Dornfelder ist eine rote Rebsorte, die auch in kühlerem Klima körper- und gerbstoffreiche tiefdunkle Rotweine mit guter Säureausprägung erzeugt. Sein Bouquet ist fruchtig mit einem Hauch Sauerkirschen. Der Dornfelder ist lagerfähig und eignet sich hervorragend für Barrique-Ausbau.

Gamay ist die vorherrschende Traube im Beaujolais, wird aber auch an der Loire angebaut. Die Weine liegen qualitativ unter denen aus Burgundertrauben; sie sind frisch-fruchtig, angenehm mit lebhaftem Bukett und früh genussreich.

Garnacha ist der spanische Name der roten Rebsorte Grenache Noir, der häufigsten Rotweinsorte weltweit. Die ursprüngliche Heimat der Garnacha soll im spanischen Aragón liegen, von wo aus sie sich nach Südfrankreich und nach Sardinien ausbreitete. Dort ist die Garnacha unter dem Namen Cannonau bekannt. Allerdings erzählen die Sarden dass der Ursprung der Garnacha in Sardinien liege.

Das grösste Anbaugebiet der roten Rebsorte Malbec liegt heute in Argentinien, wo die Rebe ideale Bedingungen vorfindet. Aber auch in ihrem Heimatland Frankreich ist Malbec weit verbreitet.

Malvasia ist die verwirrende Bezeichnung für eine grosse Familie von Rebsorten, die teilweise nicht einmal miteinander verwandt sind.

Merlot ist eine wertvolle französische Rotweinrebe und ein wichtiger Verschnittpartner von Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc im Bordeauxgebiet. Die größten Weine mit hohem Merlot-Anteil (sogar reinsortige Weine) kommen aus Pomerol und St-Emilion.

Die wichtige italienische Rotweintraube Montepulciano bringt kräftige und charaktervolle Weine vor allem in den Abruzzen hervor. Dieser DOC-Wein Montepulciano d`Abruzzo ist intensiv rot, trocken, weich und geschmeidig. Aufgrund des hohen Tanningehaltes sind diese Weine längere Zeit haltbar.

Nebbiolo ist Italiens edelste Traube. Die Hochburg befindet sich im Piemont, wo die berühmten Spitzenweine Barolo und Barbaresco erzeugt werden. Weine aus Nebbiolo sind granat- bis dunkelrot, tanninreich mit kräftiger Säure und haben das Potential für große Langlebigkeit.

Wichtige Rotweinrebe, die hauptsächlich in Apulien weit verbreitet ist. Negroamaro wird meist für Verschnittweine, aber auch für reinsortige Weine verwendet und erbringt besonders fruchtige, alkoholstarke und langlebige Rotweine.

Pinot Noir zählt zu den besten und edelsten Rotweintrauben der Weinwelt. Sie ist für die feinen, duftende Rotweine des Burgunds verantwortlich. In jungem burgundischen Pinot Noir finden sich Nuancen von Himbeeren, Kirschen, Erdbeeren und Veilchen, die sich im Alter zu einem Bukett von Wild, Süßholz, Leder und Waldboden verdichten.

Die große Traube der Toskana, Sangiovese, liefert die Grundlage für Chianti, Brunello di Montalcino und Vino Nobile di Montepulciano. Sie reift sehr spät, was bei Schlechtwettereinbrüchen dazu führen kann, dass die Trauben nicht voll ausreifen und dann harten, tanninbetonten Wein mit hoher Säure ergeben. Voll ausgereift ergibt Sangiovese jedoch Weine mit festem Tanningerüst, die fruchtig, tiefgründig und elegant sind.

Die klassischen Syrah-Weine Hermitage und Châteauneuf-du-Pape aus dem Rhône-Tal, sind sehr dunkel, körperreich, wuchtig, alkoholstark und lange haltbar, sie gehören zu den größten Rotweinen der Welt.

Die Rotweine aus der Tempranillo gehören zu den langlebigsten Spaniens. Es ist die Antwort auf Cabernet Sauvignon und zeichnet sich ebenso durch kräftigen Tannin- und Säuregehalt aus.

Die portugiesische rote Rebsorte Tinta Barroca gehört zu den fünf grossen Portwein-Bestandteilen.

Zinfandel ist die meistangebaute Rotweintraube Kaliforniens. Den Ursprung hat diese Rebsorte im süditalienischen Apulien. Die Weine aus dieser Traube sind langlebig, würzig und körperreich, in denen die Beeren dominieren.

Die junge Rebsorte Zweigelt ist auch unter dem Namen "Rotburger" bekannt. Dr. Fritz Zweigelt hat sie vor wenigen Jahrzehnten aus den Sorten St. Laurent und Blaufränkisch gekreuzt. Zweigelt kommt vor allem in Österreich vor.